Skizzen aus Vladivostok und Chabarosk

Eine von der ProHelvetia unterstützte Reise führte mich 2019 in Russlands Fernen Osten, nach Vladivostok. Eine eurpäisch geprägte Stadt mit Chemikalien-Geruch und Marinestützpunkt. Dort hatte ich eine Ausstellung auf einer Buchmesse, die mit viel Engagement von den Beteiligten improvisiert in einem alten Sowjetgebäude abgehalten wurde. Als ich mitten in den Wohnblocks auf den Hügeln zeichnete, stand plötzlich ein Mann mit einer weissen Maske und in schwarzem Kapuzen-Anzug hinter mir. Er hielt einen dickes, silbern gespraytes Armierungseisen in der Hand. Nach mehrmaliger Nachfrage verstand ich sein schlechtes Englisch, die Aufforderung, dass ich verschwinden solle. Was ich dann auch tat.
Mit der Transsibirischen Eisenbahn fuhr ich nach Chabarovosk, eine Stadt an der Grenze zu China und Nordkorea. Im Kunstraum «Artservatory» hatte ich eine Ausstellung mit Workshps.

Bondy Nord – Nordybon 93

In der östlich von Paris gelegene Banlieue Bondy Nord schlängelt sich der längste Wohnblock der Stadt der Autobahn entlang. Unterhalb des "Y", einem Wohnturm mit eben diesem Grundriss, treffen sich die Jugendlichen, wie "Arcor" (Hardcore), "CAC" (C'est assez) und le N'1 (Numéro 1). 2008 enteckte ich mit dem Fahrrad täglich von meinem Atelier-Stipendium-Platz im Stadtzentrum von Paris, um dort zu zeichnen. im sogenannten "Le Ghetto" war ich sofort von einer Kinderschar umringt, ein abgefacklter TNT-Lieferwagen gehörte zum Strassenbild, und einmal gingen zwei aufeinander los, der eine war der junge Mann, der mir immer zu nahe hinter mir stehend beim Zeichnen zuschaute, und zuvor behauptete, er habe mal jemanden getötet. Nachdem mehrere Polizeistreifen direkt von der Autobahn eintrafen, um die Männer vorüberghend an eine Wand gelehnt abzutasten, zeigte mir derjenige in seiner hohlen Hand seinen Schneidezahn, den er während der "bagare" verloren hatte. Und da war der sanftmütige Mohamed, der sich aus all dem heraushielt, mit bewusstem Verzicht auf einen höheren Status.

Abschlussprüfungen an der Architektur-Hochschule

Wie kleine Stadtquartiere standen auf den Tischen die Karton-und Betonmodelle.Für einen Illustrations-Beitrag für das Jahrbuch 2013/14 der HTA, Hochschule für Technik und Architektur in Luzern/Horw, dokumentierte ich über drei Tage die mündlichen Abschlussprüfungen, also die Referate der Studierenden vor den Experten, die kritische Fragen stellten und kommentierten: "Das ist die Zukunft. Wir müssen umnutzen. Du bist sozusagen die Schnecke, die ihr Haus sucht."